BR 485
rollendes Stück Stadtgeschichte. In dieser Gallery begegnet sie nicht im Postkartenlicht, sondern dort, wo Berlin am ehrlichsten wirkt – zwischen Gleisfeldern, Industrieflächen, grauen Himmelsschichten und dem rhythmischen Takt der Oberleitungen.
Die Bildserie folgt dem Zug wie einer Notiz im Urban Journal: mal aus der Distanz, klein in der Landschaft, mal nah an der Front, wo Nummern, Lampen und Patina die Jahre erzählen. Zäune und Masten schneiden ins Bild, Spiegelungen und Unschärfen ziehen wie Gedankenfetzen vorbei – genau so, wie man Berlin oft erlebt: schnell, kantig, kurz atmend.
Der Fokus liegt auf Übergängen. Auf dem Moment, bevor die Türen öffnen. Auf der Sekunde, in der ein Wagen aus dem Bild gleitet und nur noch Schotter, Schienen und Wind bleiben. Das Rot-Gelb der S-Bahn setzt dabei einen warmen Kontrapunkt zur kühlen Umgebung und macht sichtbar, wie Farbe im Alltag Hoffnung sein kann.
BR 485 steht hier für Routine und Abschied zugleich: ein vertrauter Klang, ein vertrautes Gesicht, das plötzlich selten wird. Wer die Berliner S-Bahn kennt, erkennt in diesen Motiven nicht nur Technik – sondern Wege, Wartezeiten, Begegnungen. Eine kleine Hommage an Bewegung, an Stillstand und an die Stadt dazwischen.
Aufgenommen 2023 in Berlin: entlang von Abstellanlagen, Rangierbereichen und typischen S-Bahn-Korridoren. Suchbegriffe wie „S-Bahn Berlin Baureihe 485“, „BR 485 Fotografie“, „Urban Photography Berlin“ oder „Schöneweide/Ringbahn“ führen direkt in diesen Blick auf die Stadt – roh, leise, echt bei Dämmerung.
Berlin (DE), 2023
