Tilman in Brandenburg

Brandenburg fühlt sich für mich immer wie ein tiefer Atemzug an, weiter Himmel, viel Platz zwischen den Gedanken, und dieses ruhige Licht, das alles ein bisschen ehrlicher wirken lässt. Bei der Session mit Tilman war genau das der Rahmen: kein großes Setup, kein lautes „Jetzt mach mal“, sondern eher ein gemeinsames Matfahren. Ich mag solche Portraittage, an denen das Umfeld nicht nur Kulisse ist, sondern Stimmung trägt. Du merkst schnell, ob jemand angekommen ist – nicht im Sinne von „posen“, sondern im Sinne von präsent sein.

Während wir uns durch die Landschaft bewegen, entstehen die Bilder fast nebenbei: kurze Pausen, ein Blick, der hängen bleibt. Brandenburg nimmt Tempo raus, und dadurch bekommt jedes kleine Detail mehr Gewicht. Ich fotografiere dann weniger „Person vor Hintergrund“ und mehr „Person im Moment“. Am Ende bleibt für mich nicht nur eine Serie, sondern dieses Gefühl von Weite und von einem Portrait, das nicht schreit, sondern nachklingt.

Brandenburg (DE), 2025